1. Fortsetzung Landlust: Hof Harwege - Ihr demeter - Spezialist für Bioprodukte

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Geschichten die das Leben schreibt


Und Heinrich schreibt

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Seit über zwanzig Jahren schreibe ich diesen Blog. Die ersten Texte mußten noch in HTML geschrieben werden. Heute ist es leichter, einfacher und natürlich schneller.

Hier nutze ich die Möglichkeit uns wirksam nach außen darzustellen.

Altersbedingt ist mein Erlebnisschatz rund um das Thema Landwirtschaft und Gartenbau recht umpfangreich.  Überlieferte Geschichten von Geistern, die den Pferden des Nachts die Mähne zu Zöpfen flochten, konnte ich als Kind in der Nachkriegszeit mithören. Fernseher waren noch nicht erfunden, es wurden Gespräche geführt. Undenkbar heute.

1. Fortsetzung Landlust und Landfrust

Von Landlust zum Landfrust , die Fortsetzung im März 2016 

 

Ein neues Jahr hat begonnen.

Klara Katzenfloh zieht einsam ihre Kackrunde. Es gab Veränderungen. Ihr Hund Struppi ist verstorben. Jetzt kommt Kumpel Rüpel immer noch zu Besuch. Die starke Bindung der Tiere wird, dank Klara, über den Tod hinaus, abgemildert.   Früh am Morgen läuft Rüpel zu Klara. Dann machen sich beide auf den Weg. Die eine sammelt Informationen über eventuelle Veränderungen im Ort, der andere will nur seine Geschäfte erledigen. Es ist ein eingespieltes Ritual.

Auch bei Bürgermeister Uwe Richter ist die Zeit nicht stehen geblieben.

Bürgermeister Uwe Richter steht nun im Rampenlicht.  Alle Scheinwerfer und Straßenlampen der Samtgemeinde beleuchten ihn. Meine Geschichte hat sich in der Region Dahlenburg herumgesprochen. Und naturlich gibt es Fragen an ihn, spitze Fragen und neugierige Fragen. Es ist ein eingespieltes Ritual, so wie bei Klara und Ihren Lieblingen.

 

Nun, ein Rechtsstreit ist eine aufwendige Sache. Diese Erkenntnis war dem einen oder anderen, hier Beteiligten, wohl bewußt. Denn es erfordert viel Zeit, Geld, Kraft und Papier, bis sich der Erfolg einstellt.  Auch muß jede Streitpartei seine Argumente gut darstellen.  Dabei kann es wichtig sein, die Tatsachen so darzustellen, wie sie sind. Sollte es sich später herausstellen, dass dem so nicht war, dann wird es schwierig sich zu erklären. Ich schreibe das jetzt und hier, weil sich bereits einiges abzeichnet. In dem Schreiben des Anwaltes der Gemeide an das Gericht, kommen Argumente und Behauptungen vor, die Hendrik auf den Plan rufen und Empörung erzeugen. Er wird mit unrichtigen Behauptungen konfrontiert. Diese neue Erfahrung trifft ihn hart. Eine Auseinandersetzung dieser Art kannte er bisher nicht. Hendrik, als guter rechtschaffender Deutscher, ist entsetzt über Uwe, als Amtsträger. Wer erwartet hatte, das Anstand und Ehrlichkeit selbstverständlich sind, wird enttäuscht.

 

Landgericht Lüneburg verhandelt das Klagebegehren der Gemeinde Boitze

 

Die Streitparteien mit ihren Anwälten treffen am 25. Januar im Gericht aufeinander. Die Rechts- und Sachlage wird besprochen. Dann macht der Richter den Vorschlag, sich zu vergleichen. Er schlägt vor, 5.200,-- € in die Gemeindekasse zu zahlen. Davon sollen neue Bäume gekauft werden. Die Kosten des Rechtsstreites sollen hälftig geteilt werden. Bürgermeiser Uwe zieht sich mit seinem Anwalt zur Beratung zurück und kommt mit seinem Angebot zurück : 6.000,-- € , zwei Drittel der Anwalts- und Gerichtskosten soll Hendrik übernehmen..

Emotionen beherrschen uns Menschen,. Eine Auseinandersetzung vor einem Gericht, einem Landgericht sogar, rufen besondere Emotionen hervor. Hendrik hat Emotionen. Und darüber hinaus Verstand. Er will den dörflichen Frieden nicht überstrapazieren. Deshalb stimmte er dem Vergleich vorerst zu. Auch wenn die hohe Summe von 6.000,- € plus Nebenkosten für ihn ein Opfer ist. Seis drum,   zum Wohle  der Gemeinde ist er dazu bereit.  Und die zu pflanzenden Bäume, im Wert von 6.000,-- € tun der Umwelt gut. Das sind so seine Beweggründe.

Beide Streitparteien können diesen Vergleich bis zum 22.2. auch widerrufen. Mehr wird vorerst nicht erörtert

Was in Bürgermeister Uwe Richter vor sich geht, läßt sich nur anseitweise  erahnen. Wenn wir die weitere Entwicklung abwarten, sehen wir es.

Als Hendrik zum Hof zurückkommt, wird er voller Spannung erwartet. Ehefrau Stefanie und Vater Heiner Harwege erwarten ihn. Sie haben in Gedanken mitgefiebert und wollen nun wissen wie es gelaufen ist. Hendrik berichtet ausführlich über den Ablauf der Verhandlung. Dabei verschweigt er nicht, dass er dem Vergleich nur mit Widerwillen zugestimmt hat. All seine  berechtigten Argumente kamen nicht zur Erwähnung. Das ist ernüchternd für ihn. Um des lieben Friedens Willen hat er sich auf den Vergleich eingelassen. Vor dem Hintergrund, dass eine Widerspruchszeit von 14 Tagen vereinbart ist, beschließt die Harwegerunde erst einmal darüber zu schlafen und weiterhin abzuwarten, wie sich die Gedanken  weiter entwickeln.

In den Tagen danach kommt das Thema immer wieder als Tischgespräch in Erinnerung. Es kristallisiert sich die Entscheidung heraus, am letzten Tag der Widerspruchszeit, zu widerrufen. Hendrik will seinem Bürgermeister Uwe Richter das Leben weiter versüßen, verzuckern. Uwe Richter liebt Zucker und dieser Fall hat auch eine Bedeutung für die anderen Bauern im Dorf. Jeder von ihnen hat einige Kilometer Hecken an seinen Feldern. Und in diesem Fall wäre eine Grundsatzfrage geklärt, wer und wie für die Pflege der Hecken verantwortlich ist.

Tage vergehen und der letztmögliche Tag für die Rücknahme des Vergleiches nähert sich. Da kommt die Überraschung: Uwe Richter, Bürgermeister von Boitze, stimmt dem Vergleich nicht mehr zu. Er ist also Hendrik zuvorgekommen und hat auch in seinem Sinne gehandelt. Allerdings sind seine Motive undurchsichtig.

Er widerruft sein eigenes Vergleichsangebot !

 6.000,-- € wären für die Pflanzung von Bäumen draufgegangen.

Die Kosten für die zwei Anwälte und die anteiligen Gerichtkosten hätte Hendrik gezahlt.

 Ist das nicht genug ?   Nein !  Uwe will mehr.

 

Hendrik denkt - wunderbar ! Als er den Beschluss des Gerichtes einige Tage später zu lesen bekommt, spürt er eine frische Brise aufkommen. Diese Brise bewegt sich in Richtung Uwe Richter, Bürgermeister von Boitze.

Woraus besteht die frische Brise? Im Einzelnen sieht es der Richter für erforderlich an, dass Uwe erklären soll, wie er auf die Anzahl der Bäume gekommen ist.

Hendrik und auch das Vermessungsamt haben ein anderes Zählergebnis vorgelegt. An die Stelle von Bürgermeister Uwes geforderten 21 Einzelbäumen ( Eichen), die er als Entschädigung beansprucht, handelt es sich um 5 Eichen, die einzeln standen. Also 5 Einzelbäume in Eiche. Zwei Bäume sind keine Eichen, sondern eine Kirsche und eine Esche. Die restlichen elf, sind Stämme, die aus Pulkeichen ausgeschnitten wurden. Zur Erläuterung: Pulkeichen haben zwei und mehr Stämme. Es stehen in Hendriks Hecke auch Pulkeichen die sechs und mehr Stämme haben. Stämme, die auf engem Raum stehen und einen gemeinsamen Wurzelstock besitzen. Bei genauerer Beurteilung wäre ein Ersatz gerechtfertigt, wenn alle Stämme dieser Pulkeiche erntfernt werden. In unserem Fall, wurde doch nur ein Stamm von mehreren entfernt.

Wer dieses soweit verstanden hat, kann sich hier vorstellen, dass Uwe als Bürgermeister, anfängt zu schwitzen.

Und es wird noch heisser für Uwe. Am Anfang der Auseinandersetzung hat er behauptet, nicht informiert worden zu sein, dass Heiner Harwege ihm 2013 und 2014 angetragen hat, dass die Hecke geschnitten werden muß. Und im Jahr 2015 wurde er wieder darauf angesprochen. Da hatte Uwe dann gesagt, das Heiner Harwege das selbst übernehmen soll. Im späteren Verlauf gab Uwe dann doch zu, davon unterrichtet worden zu sein. Allerdings verdrehte er die Tatsache so, dass er behauptete, er hätte einen anderen Heckenabschnitt gemeint.

Was für ein Quatsch, findet auch Hendrik. Der andere Heckenabschnitt wurde doch bereits von Hendriks Landpächter gepflegt. Hendrik beschleicht der Eindruck, dass Uwe, der Bürgermeister, die Flurstücksnummern nicht zuordnen kann. Eine andere Erklärung scheidet für ihn aus.

 

Eine weitere, recht seltsame Anwaltsposse wäre da noch zu erwähnen.

Uwes Anwalt behauptet im ersten Schreiben an Hendrik, er hat das gesägte Holz geklaut und soll es wieder zurückgeben.  Also schafft Hendrik das Holz wieder zurück. Es liegt nun als wilder Haufen auf Gemeindegrund, am Weg zum Schützenplatz.

Als Uwe seinen Anwalt gewechselt hat,  schreibt dieser einen weiteren Brief und behauptet nun, Hendrik hat ein Drittel des Holzes geklaut. Er fordert Hendrik auf, das fehlende Holz herausgeben.

Später, in der Klageschrift schreibt dann dieser Anwalt, Hendrik hätte zwei Drittel des Holzes geklaut.

Er fordert also zwei Drittel Holz mehr zurück, als Hendrik bereits zurückgebracht hatte.

Das findet Hendrik sehr merkwürdig.

 

Jetzt kommt es. Hendriks Gegenseite hat keine Ahnung, wieviel Holz aus den Bäumen gesägt werden konnte. Welche Holzmenge er zurückgegeben hat, ist so nicht feststellbar, weil alles auf einem Haufen durcheinander liegt. Niemand kann etwas ausmessen oder berechnen. (Wurde auch nicht gemacht)

Und ganz nebenbei, ein Gedankengang von Hendrik.

Er hat die Hecke gepflegt. Ihm sind Kosten entstanden  :

3 Tage Arbeit mit der Motorsäge. Das Holz hat er mit dem  Schlepper zu seinem Hof gebracht. Er hat die vielen Äste eingesammelt und aufgeschichtet. Das waren zusätzliche 6 Schlepperstunden. Weitere 6 Schlepperstunden hat er benötigt, um alles wieder zurückzubringen.

So !

Das muß Uwe, unser Bürgermeister, nun dem Gericht erklären. Der Richter stellt ihm eine Frist von vierzehn Tagen zur schriftlichen Beantwortung. Diese vierzehn Tage sind jetzt um. Hendrik ist gespannt, wie Uwe, der Bürgermeister das ausformuliert hat. Die Fortsetzung findet in vierzehn Tagen statt. Anfang April 2016 ist ein neuer Verhandlungstag angesetzt. Uwe, der Bürgermeister, wird direkt  befragt. Als Gegen-part kommt Heiner Harwege mit seiner Darstellung zu Wort.

Hendrik findet es sehr spannend und freut sich bereits jetzt auf die Fortsetzung des Verfahrens.