1. Halbjahr 2018: Hof Harwege - Ihr demeter - Spezialist für Bioprodukte

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Aktuelle Lage



Im Juli sieht der Mais so aus. Die Blätter rollen sich ein. Es ist konventioneller Mais für die Biogasanlage in Dahlenburg


Der Roggen reicht bis zu meinem Stiefel

1. Halbjahr 2018

Analyse im Dürre  - Sommer 2018

Stand juli

 

Seit Anfang April gab es in unserer Gegend keinen ausreichenden Regen. Meine Prognose für die kommenden Wochen ist, es wird sich nichts ändern. Wir haben jetzt abnehmenden Mond, erfahrungsgemäß wird das Hochdruckwetter sich weiter festsetzen. Die Getreideernte hat begonnen. Und wenn dabei etwas geerntet wird, ist es nur zum verfüttern geeignet. Gerade ist die Info der Landwirtschaftkammer gekommen, das aufgrund der ernsten Situation, ökologische Ausgleichsflächen für die Tierfütterung freigegeben sind. Viele Auswirkungen sind weiterhin abzusehen. Der Mais als Futtergrundlage für Rinder und Biogasanlagen, benötigt sehr viel Wasser fürs Wachstum. Hier wird es heftig. Der Mais ist am vertrocknen. Viele Tiere werden nach den Sommerferien zum Schlachter gehen. Durch dieses Überangebot wird der Fleischpreis für den Erzeuger stark absinken.

 

Ein anderer Blick, führt mich zur Bio- Markt- Situation. Davon sind wir betroffen.

Die momentanen Anbauschwierigkeiten langweilen den Leser. Das klammere ich aus.

Doch die Marktentwicklung im Biobereich bietet hier Wissenswertes.

Handelsketten brauchen ständiges Wachstum. Dieses erreichen sie in der jetzigen Zeit nicht durch mehr Verkauf an die Kunden, sondern durch neue Läden und größere Verkaufsflächen. Die zusätzliche Ware, die dann angeboten wird, beeinflußt die Mehrwertsteuerverrechnung und später die Bilanz. Nichtverkaufte Ware wird entsorgt und gewinnmindernd bilanziert. Dadurch fallen weniger Steuern an. Jeder kennt die Läden und kauft dort ein. Auswirkung hat es auf uns, die mit Direktvermarktung versuchen, zu überleben. Die Wochenmärkte werden immer schlechter im Umsatz. Die Kosten erhöhen sich ständig. Und die Preisentwicklung sieht so aus. Seit 30 Jahren ist der Obst- und Gemüsepreis für den Erzeuger gleich geblieben. Konventionelles hat sich zwischenzeitlich verteuert und kostet nur etwas weniger als biolog. erzeugtes. Leider merkt das der Verbraucher gar nicht.

Wenn wir bei EDEKA einkaufen, sehen wir auf das gewachsene Biosortiment. Es wird weiter wachsen. Der Einkauf ist ein Erlebnis. Warum soll ich als Kunde zum Wochenmarkt gehen, oder fahren. Mit dem Auto komme ich nicht hin. Der Markt ist im Zentum, Autoverkehr ausgeperrt. Den Einkauf lange durch die Stadt schleppen, nein Danke. Wenn ich bei EDEKA einen Parkplatz vor dem Eingang bekomme, fahre ich lieber ein paar Kilometer und brauche mich nicht anzustrengen.

Wenn das so ist, müssen wir vom Hof Harwege, die Augen ganz weit aufmachen und erkennen, das wir daran nichts ändern können. Unser Model von Anbau und Verkarktung aber können wir vieleicht noch ändern. Wenn uns das Geld nicht ausgeht : "Wir schaffen das." (Merkel- Zitat)

 

Merkel hin und Merkel her.  Mutti hat recht, doch wie?

 

Plan A

 

Die Umbauphase : Unser Rückgrad war immer unsere Direktvermarktung über die Wochenmärkte. Hohe Lohnkosten und kein passendes Personal, bei schlechten Umsätzen bedeutet Rückzug. Konsequenzen hat das ebenfalls im Anbau.  Auch hier gibt es Personalprobleme. Das Stammpersonal geht bald in Rente. Junge Menschen sind nicht belastbar aber anspruchsvoll.   Da wird sich was ändern.  Die Vielfalt von Hof Harwege wird an maschinengerechte Gemüsesorten angepasst.

 

Plan B

 

Neuausrichtung : Die Mutterkuhherde von Hof Harwege kostet seit Jahren Geld. Wegen der Dürre wird auch hier in Zukunft weniger herumlaufen. Als möglichen Ersatz bietet sich Geflügel an. In den vergangenen 10 Jahren sind mobile Hühnerställe zur Perfektion gelangt. Hightec- Ställe für 3 bis 400 Hühner, die fast vollautomatisch die Hühner versorgen, die Eier einsammeln und den Mist aus dem Stall entfernen. In der Praxis haben sich diese bewährt. Der Markt für BIO Eier ist nicht gesättigt. Und gute, ehrliche Eier gehen immer. Gleiches gilt auch für Mastgeflügel. Diese können ebenfalls in Mobilställen gehalten werden. Im Winter kommen diese ins Gewächshaus. Ein perfekter Auslauf für die Hühner. Nach der Ernte der Tomaten, wird dann Feldsalat und andere Grünsaat für die Winterfütterung angesät. Die Schlachtung von Geflügel ist in einem regionalem Betrieb gesichert. Da muß keiner von Hof Harwege Federn rupfen, oder sich mit übelriechenden Gedärmen herumquälen.  Ein teuerer Schlachtraum und eine teuere laufende Hygieneüberwachung entfällt.

Meine Einschätzung zur Marktentwicklung für hochwertige Geflügelprodukte ist positiv.

Weil :

Der Fisch ist immer noch ein Spitzenreiter auf dem Küchenzettel. Aber auf Zeit. Die Meere sind zunehmend leergefischt. Das  Meerwasser ist so belastet mit Problemstoffen, das mit gutem Gewissen keiner mehr Fisch essen kann.