Rückblick 2017: Hof Harwege - Ihr demeter - Spezialist für Bioprodukte

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Unser Thema des Jahres 2017

V o n : Landlust und Landfrust

Nun - Das neue Jahr nimmt seinen Lauf und beginnt Fahrt aufzunehmen. Ende Februar endet die Zeit für die Heckenpflege. Aus diesem Grund und weil wir vom Hof Harwege seit Jahren darauf drängen, das die Gemeinde Boitze ihre Pflicht zur Heckenpflege wahrnimmt, bewegt sich nun was. Das bewährte Kahlschlagteam der Gemeinde Boitze bekam vom Bürgermeister Uwe Richter den Auftrag. Mit gesteigertem Interesse werden wir die Aktion beobachten.

 Aus dem Themenbereich Boitzer Schildbürger gibt es doch noch eine Episode zu berichten.

In meinem Bericht von Landlust und Landfrust in Ahndorf hatte die Gemeinde/ sprich, der Bürgermeister, die Herausgabe des Holzes gefordert und auch bekommen. Nun lag das Holz zwei Jahre lang auf einem Haufen vor dem Schützenplatz (Ortsrand). Als Mahnmahl hatte der Haufen seinen Dienst erfüllt. So entschloss sich Bürgermeister Uwe Richter dem ein Ende zu bereiten. Mit einem Anschlag in den einschlägigen Infokästen der Gemeinde, bot er das Holz zum Kauf an. Mit einem Gebotspreis sollten sich Iteressenten bis dato Dezember 2016 bei ihm melden.Woche für Woche bewegte sich nichts. Niemand hatte Interesse, bis einen Tag vor Gebotsende. Da schlug ein cleverer Bürger der Gemeinde zu.

Mit einem Angebot von 50,00 € bekam er den Zuschlag für die geschätzten 15 Raummeter Eichenholz.

Dem ist nicht viel zuzusetzen. Nachdem wir fast zwei Jahre einen Prozess in dieser Sache durchlebt haben, ist das ein tolles Ergebnis für Bürgermeister Uwe.

Klara Katzenfloh sei Dank,. ! Durch ihr beherztes Handeln ist vieles im Ort klarer geworden. ( Anmerkung : klarer geworden : in Anlehnung zu Klara)

Wer mehr hierüber lesen will : im Archiv, die ganze Geschichte

Stichworte

zum nachdenken

Bienensterben, dramatischer Insektenrückgang

Glyphosat 10.ooo Tonnen jährliche Aufwandmenge in De

Neonikotinoide Nervengift gegen Insekten

Krebsregister eingeführt, Krebsrate steigt an

Christian Schmidt ist deutscher Landwirtschaftminister (CSU) christlich?

Dramatischer Milchpreisverfall

Lebensmittelkonzerne haben ein Heer von Lobbyisten

Qualvolle Tiertransporte durch die EG und in ferne asiatische Länder

Kälberpreis liegt für männliche Tiere bei Null bis 50  € , ( töten / sterben lassen / sind All-ternativen)

Tierarztkosten sind hoch

Sehr kranke Kühe sterben ohne Hilfe hinter dem Stall

Viele Bauern sind Jäger. Sie können dem Leiden ein schnelles Ende machen. Doch: Gnadenschuß wird hart bestraft

Männliche Küken werden immer noch industriell zu Tode geschreddert. Alles legal !

Industrielle Massentierhaltung hat mit Bauern nichts gemeinsam

W ö l f e  in Deutschland

verbreiten Angst bei Schäfern und Tierhaltern

Hase und Reh werden qualvoll totgerissen

Schmetterlinge sind ausgerottet

Globalisierung läßt Afrika verhungern

Wirtschaftsflüchtlinge aus aller Welt kommen zu uns

Spanier, Franzosen und Italieener beschäftigen Wirtschaftflüchtlinge zu Hungerlöhnen

Für den deutschen Michel ist dasss undenkbar, doch es ist der Alltag am Mittelmeer.

Menschen fliehen und geraten in Sklaverei  

Rückblick 2017


. . . . . H e i n r i c h . . . s c h r e i b t


Alles war nicht schlecht, im Jahr 2017.  Nein. Vieles ist anders gekommen und ich kann sagen, jedes Jahr stellt uns vor neue Herausforderungen. Das ist keine Überraschung, doch diese zu meistern erfordert immer wieder viel Aufmerksamkeit. Nicht doch, es war ein durchwachsenes Jahr, mit schönen Tagen, neuen Erfahrungen und interessanten Ereignissen. Sei es das Wetter mit seinen Kapriolen, denen wir als Landwirt und Gärtner unmittelbar ausgesetzt sind. Da kämpfen wir an vorderster Front. Unsere Direktvermarktung auf den Wochenmärkten ist eine anstrengende Dauerbelastung. Ein Markttag bedeutet 12 bis 14 Stunden auf den Beinen sein. Immer gut gelaunt, lieb und verständnisvoll zu sein. Das können wir. Unsere Kunden danken es uns mit ihrer Treue zum Hof.

Als ich Kind war, hatten wir deutschlandweit 6,5 Millionen landwirtschaftliche Betriebe, von ganz groß bis klein. Jetzt bin ich alt und der Strukturwandel hat die Anzahl auf unter 0,24 Millionen reduziert. Über "Sechsmillionen" haben demnach in den vergangenen sechzig Jahren aufgehört.

Wenn man alt wird, fallem einem solche Dinge immer wieder ein. Aber schön, wir sind noch dabei. Und es ist gut zu wissen, das die Enkelkinder mit dem Hofleben aufwachsen und in ihren Gedanken bereits ihren Lebensplan mit dem Hof verbinden. 

Im Herbst Hörner einbuddeln. Im Frühjahr diese wieder ausbuddeln, finden Kinder interessant. Dazu gibt es Geschichten von Sonne und Mond und der Kraft des Universums. Dabei helfen sie gern. Sie machen mit ihren kleinen Händchen nach, was die Erwachsenen machen.

Den langen Winter nutzen wir für Arbeiten im Wald. Brennholz wird in größeren Mengen von uns benötigt. Die Heizungen werden mit Holz betrieben. Dazu benötigen wir 60 Raummeter, jedes Jahr. Hendrik plante einen neuen Rinderstall. Dieser soll überwiegend mit Holz gebaut werden, aus dem eigenen Wald. Da haben wir uns dann ins Zeug gelegt. Baumriesen mit starken Stammdurchmessern mußten gefällt werden. Diese sollten später zu tragenden Balken gesägt werden. Das passierte dann auch. Die Bäume kamen zum Hof. Dort sägte ein Lohnunternehmer mit seinem mobilen Sägewerk Balken, Bretter und Dachlatten. Da kam eine Menge Holz zusammen. In kürzester Zeit war das Holz gesägt . Zwei Werktage dauerte die Aktion. Wir, die vier starken Männer vom Hof Harwege fütterten die Säge. Da mußten die Stämme mit dem Schlepper vorgelegt werden. Diese wurden dann von der Säge hochgenommen, gesägt, gedreht, gesägt. So ein Stück Holz hat hat vier Kanten. Drei Männer hatten trotzdem Mühe die fertigen Bretter und Balken zur Seite zu schaffen. Das Sägen ging wahnsinnig schnell. So blieb keine Zeit diese ordentlich aufzustapeln. Das mußte später nachgeholt werden. Die Aktion Aufstapel nach Sorten, dauerte dreimal so lang, wie das sägen. Es war ein Wahnsinn, was diese Maschine so leisten konnte.

Nun einige Worte zum Wetter und den Jahreszeiten. Diese Faktoren bestimmen unser Tun und Handeln. Durch den Klimawandel in den letzten 70 Jahren, ist vieles anders geworden. Gab es im früher im Winter Monate lang  Schnee und Frost. Vorbei. Regen, trockene Winde, Sturm fordern uns heraus. In diesem Jahr war der Wechsel von Regen und Sonne für unseren Gemüseanbau gut. Das passte. Eine künstliche Bewässerung war die Ausnahme. Dadurch entspannte sich viel.  Orkanböen, Sturm gab es bereits im August. Starke Eichen wurden entwurzelt. Ein Novembersturm tobte sich aus. Nun müssen wir wieder mit der Säge ran. Es sind viele Bäume umgekippt, oder in der Mitte abgebrochen. Ein großer Schaden ist uns entstanden. Ich könnte heulen.

Was war sonst noch wichtig ?

Arbeit macht das Leben froh.

Ein Sommerhalbjahr fordert uns besonders heraus. Gerne hegen und pflegen wir unsere Gemüsekulturen. Mit viel Liebe sind alle dabei. Da wird es schon spät am Abend. Sechzehn Stunden für Familienangehörige, zwölf Stunden Arbeit für Mitarbeiter, so versüßen wir uns den Tag. So entsteht tolles Gemüse. Begeisterte Kunden motivieren uns an jedem Markttag. Oft wird gefragt: "Ist das vom Hof?" Ja, so fühlen wir uns verpflichtet. Dann kommt noch ein Trend hinzu. Medien widmen sich in Berichten, mehr und mehr dem regionalen Anbau. Es ist interessant geworden. Kein Wunder, nur noch wenige Bauern und Gärtner sind dabei. Deutschland hat sich daran gewöhnt, das Essen aus der gesamten Welt zu bekommen, in Klammern Weltmarkt. Billig ist es auch noch, in Klammern Weltmarktpreis.

 

Was war noch interessant in 2017


Der Wochenmarkt ist ein Ort des Handel. Eine sehr alte Tradition, die sich bis heute gehalten hat.

Es ist auch ein Ort zum Verweilen. Zum Reden und zum Austausch von Informationen von Mensch zu Mensch. Kontakte werden hergestellt zwischen fremden Unbekannten.  Alles ist live und steuerbar.

Doch auch hier sind Veränderungen spürbar.

Unter Marktkollegen geht die Warnehmung dahin, das es immer weniger Kunden anzieht. Bei schlechtem Wetter oder in Ferienzeiten ist man daran gewöhnt. Doch der Durchschnittstrend ist abnehmend. In Zeiten von Amazon werden neue Bequemlichkeiten mit System gezüchtet.

Denn ; der Mensch ist schwach und unterliegt leider allzuleicht süßen Verlockungen. Das hat folgenden Preis. Wem die Umsätze nicht reichen sucht nach Alternativen. Er hört auf und fährt nicht mehr zum Markt. Das ist ein stiller Vorgang. Die Kinder von Marktbeschickern wollen diese harte Arbeit nicht. Morgens um vier Uhr aufstehen oder früher und dann 12 Stunden ohne Pause auf dem Markt stehen.  Zu Hause muß dann noch weitergearbeitet werden.

Die sagen, nein danke.

Wenn die Alten nicht mehr können, gibt es den Stand nicht mehr. Dieser Trend ist in Hamburg besonders gut zu beobachten. Die Märkte schrumpfen. Im regionalen Lüneburg fällt es nicht so auf. Er ist recht klein. Der freiwerdende Platz wird vom Nachbarn übernommen. Alles sieht gut aus. Doch die Vielfalt nimmt ab.

Artensterben !

Wir kennen den Begriff. Er ist vergleichbar mit der Tier- und Insektenwelt. Es gibt immer weniger von ihnen.

Mein Sohn Hendrik, mit seiner Familie, ist noch zu jung zum aufhören. Er macht sich Gedanken um diesen Trend. Seine Überlegung geht dahin, sich aus dem Wochenmarktgeschäft zurückzuziehen. Ersatzweise will er die Handelsketten (z.B. Edeka, Rewe) direkt beliefern. Auch die Biogroßhändler suchen dringend deutsches Obst und Gemüse und möchten sich vom Lebensmitteltourismus entfernen.

Und seien wir ehrlich. 

Mittlerweile hat jede Lebensmittelkette seine Bioschiene. Zur Zeit sind es noch Bio-Billig- Produkte, mit dem europäischen Biosiegel (B-Ware), die in den Regalen liegt. Mit diesem Bio- Billig- Standard wird der Umsatz der Ketten angeheizt. Mehr Kunden kommen in den SB- Markt und nutzen die Gelegenheit, sich ein wenig gutes Gewissen zu kaufen.

Vor zwanzig Jahren war diese Entwicklung undenkbar. Bioprodukte waren nur für wenige wichtig. Heute sind sie in der Mitte des Einkaufskorbes angekommen.

Nunja. Folglich ist die Zeit reif :

Premium Bio wird in die Regale kommen.

Einige Schwierigkeiten sind noch zu lösen. Die deutschen Biobetriebe sind überwiegend klein. Deren Produktionsmengen sind für eine Lebensmittelkette uninteressant. Diese Mengen lassen sich nicht verteilen. Darum müssen die Erzeugnisse vieler Kleinbauern zu großen Einheiten gesammelt werden.  Im kleinen Rahmen wird dieses bereits von den etablierten Bio- Großhändlern gemacht. Ob das die Zukunft wird, ist offen. Wie so vieles, gibt es auch bei den Biobetrieben einen Strukturwandel.  Die Produktionskosten der Kleinen sind zu hoch. Sie überleben das nicht. Wie auch ? Der Markt ist wie ein Raubtier ( siehe Wolf und Schaf, da ist jedem klar, wer geht).

Ahndorf ist schön und so.

Mein Rückblick fällt auf die fleißigen Mitarbeiter unseres Hofes. Dafür sind wir ihnen dankbar.

Was viele Mitbürger nicht wissen können, ist der Umstand, das mit der Einführung der Arbeitsvergütung nach dem Mindestlohngesetz, sich vieles geändert hat. Es war für unsere Mitarbeiter selbstverständlich das sie diesen bekommen. Mit dem Anspruch das sie diesen in voller Höhe , 8,50 € /h ausgezahlt bekommen. Den Versicherungsanteil wollten sie nicht abgezogen haben. Der Hof hat dann eingewilligt und den Versicherungsanteil für die Mitarbeiter mit übernommen. So hatten wir eine rasante Lohnsteigerung, die uns im Schnitt 13,00 €/h kostet.  Vor diesem Hintergrund ist der Betriebsleiter Hendrik beim Gemüsanbau vorsichtiger geworden. Die Gedanken kreisen immer um die Formel, welche Frucht erziehlt noch einen Gewinn. Und wenn nicht, dann fällt das eine oder andere raus. Das wirkt sich auf die Angebotsvielfalt aus. Leider.