auch in 2017: Hof Harwege - Ihr demeter - Spezialist für Bioprodukte

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auch in 2017


Mit diesem unserem Wochenmarktstand arbeiten wir


Der Wochenmarkt ist ein Ort des Handel. Eine sehr alte Tradition, die sich bis heute gehalten hat.

Es ist auch ein Ort zum Verweilen. Zum Reden und zum Austausch von Informationen von Mensch zu Mensch. Kontakte werden hergestellt zwischen fremden Unbekannten.  Alles ist live und steuerbar.

Doch auch hier sind Veränderungen spürbar.

Unter Marktkollegen geht die Warnehmung dahin, das es immer weniger Kunden anzieht. Bei schlechtem Wetter oder in Ferienzeiten ist man daran gewöhnt. Doch der Durchschnittstrend ist abnehmend. In Zeiten von Amazon werden neue Bequemlichkeiten mit System gezüchtet.

Denn ; der Mensch ist schwach und unterliegt leider allzuleicht süßen Verlockungen. Das hat folgenden Preis. Wem die Umsätze nicht reichen sucht nach Alternativen. Er hört auf und fährt nicht mehr zum Markt. Das ist ein stiller Vorgang. Die Kinder von Marktbeschickern wollen diese harte Arbeit nicht. Morgens um vier Uhr aufstehen oder früher und dann 12 Stunden ohne Pause auf dem Markt stehen.  Zu Hause muß dann noch weitergearbeitet werden.

Die sagen, nein danke.

Wenn die Alten nicht mehr können, gibt es den Stand nicht mehr. Dieser Trend ist in Hamburg besonders gut zu beobachten. Die Märkte schrumpfen. Im regionalen Lüneburg fällt es nicht so auf. Er ist recht klein. Der freiwerdende Platz wird vom Nachbarn übernommen. Alles sieht gut aus. Doch die Vielfalt nimmt ab.

Artensterben !

Wir kennen den Begriff. Er ist vergleichbar mit der Tier- und Insektenwelt. Es gibt immer weniger von ihnen.

Mein Sohn Hendrik, mit seiner Familie, ist noch zu jung zum aufhören. Er macht sich Gedanken um diesen Trend. Seine Überlegung geht dahin, sich aus dem Wochenmarktgeschäft zurückzuziehen. Ersatzweise will er die Handelsketten (z.B. Edeka, Rewe) direkt beliefern. Auch die Biogroßhändler suchen dringend deutsches Obst und Gemüse und möchten sich vom Lebensmitteltourismus entfernen.

Und seien wir ehrlich. 

Mittlerweile hat jede Lebensmittelkette seine Bioschiene. Zur Zeit sind es noch Bio-Billig- Produkte, mit dem europäischen Biosiegel (B-Ware), die in den Regalen liegt. Mit diesem Bio- Billig- Standard wird der Umsatz der Ketten angeheizt. Mehr Kunden kommen in den SB- Markt und nutzen die Gelegenheit, sich ein wenig gutes Gewissen zu kaufen.

Vor zwanzig Jahren war diese Entwicklung undenkbar. Bioprodukte waren nur für wenige wichtig. Heute sind sie in der Mitte des Einkaufskorbes angekommen.

Nunja. Folglich ist die Zeit reif :

Premium Bio wird in die Regale kommen.

Einige Schwierigkeiten sind noch zu lösen. Die deutschen Biobetriebe sind überwiegend klein. Deren Produktionsmengen sind für eine Lebensmittelkette uninteressant. Diese Mengen lassen sich nicht verteilen. Darum müssen die Erzeugnisse vieler Kleinbauern zu großen Einheiten gesammelt werden.  Im kleinen Rahmen wird dieses bereits von den etablierten Bio- Großhändlern gemacht. Ob das die Zukunft wird, ist offen. Wie so vieles, gibt es auch bei den Biobetrieben einen Strukturwandel.  Die Produktionskosten der Kleinen sind zu hoch. Sie überleben das nicht. Wie auch ? Der Markt ist wie ein Raubtier ( siehe Wolf und Schaf, da ist jedem klar, wer geht).

Ahndorf ist schön und so.

Mein Rückblick fällt auf die fleißigen Mitarbeiter unseres Hofes. Dafür sind wir ihnen dankbar.

Was viele Mitbürger nicht wissen können, ist der Umstand, das mit der Einführung der Arbeitsvergütung nach dem Mindestlohngesetz, sich vieles geändert hat. Es war für unsere Mitarbeiter selbstverständlich das sie diesen bekommen. Mit dem Anspruch das sie diesen in voller Höhe , 8,50 € /h ausgezahlt bekommen. Den Versicherungsanteil wollten sie nicht abgezogen haben. Der Hof hat dann eingewilligt und den Versicherungsanteil für die Mitarbeiter mit übernommen. So hatten wir eine rasante Lohnsteigerung, die uns im Schnitt 13,00 €/h kostet.  Vor diesem Hintergrund ist der Betriebsleiter Hendrik beim Gemüsanbau vorsichtiger geworden. Die Gedanken kreisen immer um die Formel, welche Frucht erziehlt noch einen Gewinn. Und wenn nicht, dann fällt das eine oder andere raus. Das wirkt sich auf die Angebotsvielfalt aus. Leider.