Dürrejahr 2010: Hof Harwege - Ihr demeter - Spezialist für Bioprodukte

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Geschichten die das Leben schreibt


Und Heinrich schreibt

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Seit über zwanzig Jahren schreibe ich diesen Blog. Die ersten Texte mußten noch in HTML geschrieben werden. Heute ist es leichter, einfacher und natürlich schneller.

Hier nutze ich die Möglichkeit uns wirksam nach außen darzustellen.

Altersbedingt ist mein Erlebnisschatz rund um das Thema Landwirtschaft und Gartenbau recht umpfangreich.  Überlieferte Geschichten von Geistern, die den Pferden des Nachts die Mähne zu Zöpfen flochten, konnte ich als Kind in der Nachkriegszeit mithören. Fernseher waren noch nicht erfunden, es wurden Gespräche geführt. Undenkbar heute.


Das Drama 2010 : heul !







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Nach der Eiszeit kam die Dürre

Es war der kälteste und längste Winter seit 30 Jahren. Sehr viel Schnee bereitete uns nicht nur Freude, sondern auch erheblichen Schaden. Die Schneelasten tauten am Tage und vereisten in den Nächten. Es bildeten sich riesige Eispanzer mit Tonnengewichten. Dadurch brachen unsere Gewächshäuser unter der Last zusammen. Zurück blieb ein Trümmerfeld. Es ging ein Schock durch unsere Gemüter und bereitete uns große Existenzsorgen. Für einen Neubau in der Größe mußten wir eine Summe von 50000 Euro aufbringen. Bei den Wochenmarktumsätzen von 3 - 400 Euro pro Marktag eine Herausforderung. So das wir viele Jahre brauchen werden, um diesen Schaden auszugleichen. Lange Zeit beratschlagten wir, ob wir einen Neuanfang wagen sollten. Uns klangen die Werbesprüche im Gedächtnis: Deutsches Gemüse auf deutsche Teller, oder regional, kurze Transportwege, frisch vom Bauernhof und was es sonst noch so im Werbeangebot gibt.  Nunja, ist halt Werbung. Gekauft wird leider aldideutsch, egal woher es kommt, Hauptsache billig.

   Unser Idealismus und unser starker Wille: Wir lassen uns nicht unterkriegen! trieb uns zu dem Entschluss, den Neubau für ein Gewächshaus in Angriff zu nehmen. Nervige langwierige Verhandlungen mit dem Bänker begannen und hunderte von Seiten Papier wurden benötigt, bis wir grünes Licht bekamen. Danach kamen die Details die organisiert werden mußten : Gewächshaus. - ausstattung bestellen, Bodenausgleich ( damit das Haus waagerecht steht), Wasseranschluß, Stromanschluß, Niederschlagswasser vom Dach (wie sammeln wir das). ?

Am 6. März gab es dann noch einmal richtig viel Schnee 40 cm mit 14 Minusgraden.

Das änderte sich ab Mitte März, der Frühling sollte kommen, zögerlich mit leichten Plusgraden. . . am 16.3. war der schönste Frühlingstag mit 10 bis 13 Plusgraden. In den Folgetagen bis zum 26. hielt sich das Wetter. In der Nacht gab es dann ein starkes Gewitter, was sehr ungewöhnlich ist, in dieser Zeit. Hinzu kam ein Hagelschlag und die Temperatur fiel unter 10 Grad. Wir begannen jetzt mit den Umtopfen unserer Tomaten. Diese hatten wir am Anfang Februar ausgesäht.  Das war jetzt die Stunde der weiblichen lehrlinge. Seit Anfang März begann Lindsey das 1. Lehrjahr als Gartenbaulehrling. Sie ist Australieerin und lernt das demeter- gärtnern bei uns. Und Eva aus dem schönen Sachsen fing ebenfalls mit dem ersten Lehrjahr an.

Die Hauptarbeit, Umtopfen der Tomaten, ist reine Handarbeit. Komposterde wird mit Mutterboden gemischt und in 10 cm Töpfe gefüllt. Dann werden die Tomatenpflanzen pikiert und einzeln in die Töpfe verpflanzt. Unsere benötigte Pflanzenzahl betrug 3000 Stück. Eine Strecke von 300 m, wenn Topf an Topf gestellt wird.

Der 21. März - Frühlingsanfang - fiel ein einen Sonntag. Es war ein wunderschönes Frühlingswetter. Wir wollten es wissen ! Was ist aus unserem Hornmist- Präparat geworden? Wir machten uns auf, die Hörner auszugraben. Sie lagen den Winter über, tief eingegraben, in der Erde. Der für uns wertvolle Inhalt sollte nun gehoben werden.  Die Stelle  war vorsorglich gut gekennzeichnet worden, so brauchten wir nicht lange zu suchen. Voller Neugierde und Spannung erwarteten wir das Ergebnis unserer Bemühungen. Und wir sollten nicht enttäuscht werden. Nachdem wir die Hörner von aussen von den Erdresten gesäubert hatten, entnahmen wir den wertvollen Inhalt. Dieser hatte einen angenehmen würzigen Duft. Das war erfreulich. Für das beginnende Gemüsejahr muß es auf allen Flächen angewandt werden.  Da es noch nicht die Zeit war, formten wir das Präparat zu tischtennisgroßen Bällchen. Legten diese in ein Torfbett das dann in ein spezielles Tongefäß verfüllt wurde. Das wurde dann zu den anderen Präparaten in den Wasserturm gebracht. Hier haben wir unsere Sammlung untergebracht.  Wir sammeln unsere Pflanzen und Kräuter für die Präparateherstellung von unseren Flächen. So haben wir ursprüngliche, standortangepasste Mittel, die optimal sind, für die Anwendung.