Ansichten von heute (2014): Hof Harwege - Ihr demeter - Spezialist für Bioprodukte

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Geschichten die das Leben schreibt


Und Heinrich schreibt

.

Seit über zwanzig Jahren schreibe ich diesen Blog. Die ersten Texte mußten noch in HTML geschrieben werden. Heute ist es leichter, einfacher und natürlich schneller.

Hier nutze ich die Möglichkeit uns wirksam nach außen darzustellen.

Altersbedingt ist mein Erlebnisschatz rund um das Thema Landwirtschaft und Gartenbau recht umpfangreich.  Überlieferte Geschichten von Geistern, die den Pferden des Nachts die Mähne zu Zöpfen flochten, konnte ich als Kind in der Nachkriegszeit mithören. Fernseher waren noch nicht erfunden, es wurden Gespräche geführt. Undenkbar heute.

H e u t e 2014 u n d G e s t e r n

Entwicklungen und  Veränderungen

unserer deutschen Bürger und Mitbürger in der Gesellschaft

von Heiner Harwege ( diese Seite wird auch mal ergänzt )

Januar 2014

Die neue - unsere -Regierung hat sich nach der Wahl im Sept.13 endlich gefunden in Rot / Schwarz. Gelb ist raus ! Es ist nichts Gutes zu erwarten. Es plätschert vor sich hin. Eines ist aber sicher. Die finanziellen Belastungen für kleine Leute wie wir, werden steigen.

 

Die NSA- Affäre aus dem vergangenen Jahr setzt sich fort. Langsam bekommt man einen Überblick, was ist und was möglich ist. Das Internet wird immer mehr unser Leben bestimmen. Rechnungen werden hierüber zugestellt, sowie die Meldungen für alle möglichen Behörden, sollen online übermittelt werden. So will es das Finanzamt, die Krankenkassen,Versicherungen und so weiter und so weiter. Es ist so schwierig geworden, die updates, Änderungen von Programmteilen noch allein zu meistern. Wenn dieses Spezialwissen von außen eingekauft werden muß, wird es recht schnell teuer. Als Beispiel nehme ich die Einkommensteuererklärung für unseren Hof. Es muß jährlich eine Bilanz erstellt werden. Daraus ergibt sich eine Steuerlast, von Einkommenssteuer und Gewerbesteuer. Diese Aktion kostet uns ca 4500 €. Denn ohne Steuerberatung bekommt man das nicht hin. Ähnlich ist es mit den Lohnabrechnungen. Jede Änderung der Tarife muß neu gerechnet werden und online gemeldet werden. Das kommt mehrmals im Jahr vor. Jede Krankenkasse hat andere Bedingungen und jeder Arbeitnehmer hat dann auch noch eine andere Krankenkasse. Da ist echtes Fachwissen gefordert. Das kostet dann pro Arbeitnehmer zusätzlich jeden Monat 24 €, für das Ausrechnen und das Melden.

 

Nun komme ich zu den Eiern.

Ohne Ei und ohne Fleisch geht in Deutschland gar nichts.So ist mein Eindruck z.Z..

Das Ei als solches ist ja nichts schlechtes. Ursächlich ist es zur Reproduktion eines Lebewesens gedacht. Wurde dann aber als Nahrungsmittel entdeckt. Und in der Neuzeit über das Huhn als Massenartikel eingeführt. Diese Masse an Eiern wird nun industriell erzeugt, mit der Ausnahme von " Bioeiern". So war es gedacht, als Bio noch Bio war. Doch auf dem Biosektor hat sich die Produktion von Eiern dem Markt angepasst. Große Handelsketten wie Aldi, Rewe, Edeka usw ziehen über die Bioeier Kunden an. Wo kommen nun die vielen Eier her ? Nun, es sind bekannte Namen. Einer heisst Wiesengold. Was gleichbedeutend ist mit dem größten Bio-Eier-Produzenten in Deutschland. Da gab es jetzt neue Vorwürfe. Das Unternehmen "Wiesengold Landei" aus Bassum in Niedersachsen soll den schlechten Zustand, sie waren nackt und ohne Federn, von Tausenden Hühnern mit einer Infektion begründet haben. Das eingeschaltete zuständige Veterinäramt gab an, es gäbe keine Infektion.  

 "Ich würde sagen, das ist Tierquälerei pur, hat mit ökologischer Landwirtschaft überhaupt nichts zu tun."

Und hier die Aussage eines Landwirts zu diesem Geschehen.

Es kommt immer auf die Personen an, die dahinter stehen. Ich bin Landwirt, kenne sehr viele Betriebe.Die meisten gehen gut mit ihren Tieren um. Wie die meisten Ärzte mit ihren Patienten, die meisten Versicherungs Vertreter mit ihren Kunden,, die meisten Lehrer mit ihren anvertrauten Kindern,,, aber eben nicht alle

Meine Meinung dazu. Da nehme ich doch ein nach demeter erzeugtes Ei, denn die Richtlinien halten, was sie versprechen. Und in einem der oberen Supermärkte wird dieses Ei nicht zu finden sein. Und wenn ja, dann will ich wissen wo und wie das Ei gelegt wurde. Da schau ich genau hin.

 

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Dezember 2010

Das Fest der Freude ist vorbei. Heute ist der 27. Dezember. Die Schlacht um den Konsumterror ist geschlagen. Der Handel vermeldet über die einschlägigen Medien ein sattes Umsatz- plus. Diese erfreuliche Entwicklung sorgt für eine  gute Stimmung in unserem Lande.

Trotzdem gibt es ein Aber. Es lohnt sich schon, über das Aber nachzudenken. Dieses Aber, entwickelt sich kontinuierlich weiter. Damit meine ich die Abhängigkeiten in unserem täglichen Leben. Weil alles/ vieles so perfekt geregelt ist, wird es als selbstverständlich angesehen. Es gibt uns ein Gefühl von Sicherheit. Solange es keine Störungen gibt, denn davon werden wir in unseren Breiten größtenteils verschont. Großflächige Überschwemmungen, Erdbeben oder jahrelange Dürre gibt es bei uns nicht. Selbst wenn es sie geben würde, sind wir in der Lage dieses durchzustehen. Denn die Deutschen waren immer in der Lage aus einer Not eine Tugend zu machen. So war es jedenfalls in der Vergangenheit. In vielen Bereichen könnte es durchaus gelingen. Denn durch unseren Wohlstand, der sich über alle Einkommenschichten erstreckt, sind wir in der Lage, die Welt leerzukaufen.  Die Wirtschaftskraft, -macht der Bevölkerung ist enorm. Selbst die 4 Millionen Hartz4 Bezieher sind eine Wirtschaftsmacht, die durch ihren Konsum die großen Handelsriesen in unserem Land unterstützen. Die gezielte Vernetzung von Information, Werbung und Wissen unterstützen das tägliche Leben und die persönlichen Handlungen. 

Ein großes Thema von heute ist die Bildung.

Das Zeitalter des Internet ist nun seit 10 Jahren in fast allen Haushalten, ein fester Bestandteil des täglichen Lebens. Da durften unsere Schulen sich nicht ausschließen. Der Computer, -kurs ist ein selbstverständlicher Unterrichtsbestandteil. Wie man einen abgerissen Knopf von einem Hemd wieder annäht, erfährt ein Bildungswilliger nicht. Auch wie aus Mehl, Wasser und Öl und Salz man etwas zum Essen machen kann, erfäht er nicht.    Was ich damit andeuten will ist, solides Basiswissen um im Leben zurechtzukommen, ist die Ausnahme geworden.

Wer beantwortet die Fragen ? von jungen oder unerfahrenen Menschen

Wie und wo eröffne ich ein Bankkonto? Was ist ein Darlehen oder eine Hypothek? Wie miete ich eine Wohnung? Was ist eine Telefongesellschaft? Oder wie lese ich einen Fahrplan der öffentlichen Verkehrsbetriebe? Was ist ein Handwerker und wie macht sich ein Handwerker selbstständig? Bei all diesen und vielen anderen Fragen, die oft so selbstverständlich erscheinen, sind die meisten auf Selbsterfahrungen angewiesen.  Lehrpläne für diese Themen gibt es nicht, da gilt es Lehrgeld zu zahlen. Sehr schmerzlich, oft.

 Es ist wahrlich eine Wissenschaft für sich, die Zusammenhänge der Wirtschaft zu erkennen. Das Überangebot an Informationen ist verwirrend und führt oft zu falschen Handlungen.

 

November 2010

Der Castor kommt

Es ist mal wieder so weit. Die Vorbereitungen für den Atommülltransport laufen seit einigen Wochen auf Hochtouren. Ob wir wollen oder nicht. Er kommt, und er er wird sein Ziel erreichen. Der politische Wille wird durchgesetzt.

Was bedeutet das für uns, für mich, für mein Umfeld ?

Die Bedeutung und Wirkung des strahlenden Mülls ist hinreichend bekannt. Die Gemeindevertrete, -verwaltung, zu der der Müllstandort gehört, wird seit immer schon von der CDU Fraktion gestellt. Abhängigheiten und weisungsbedingtes Handeln ist selbstverständlich. Als Zubrot gibt´s außergewöhnliche Zuwendungen, die sonst nicht zu erreichen wären. Verschärfend ist die Einstellung der Bürger Vorort, in Form von Gleichgültigkeit und Desintresse aber auch von einem Denken: ist doch nicht so schlimm, ich will meine Ruhe haben.

Auch das muß mal geschrieben werden.

Die Bürger die weiter weg wohnen, bekommen bei meinem Castortransport nur einen kleinen Ausriss der Aktion zu spüren, je nach Interesse. Wir, die wir im Einzugsgebiet leben/ wohnen bekommen einen ganz anderen Eindruck.

Das Wort Bürgerkrieg ist vielen ein Begriff aus der Literatur und aus dem Fernsehen. Eine deutsche Version findet hier statt. Seit September gibt es Kontrollfüge von Hubschraubern am Tage und in der Nacht, entlang der Castortransportstrecke. die Flüge werden fototechnisch begleitet. Bei guter Sicht kommen Auswertungen über die Satelieten dazu,  Bewegungsprofile von Menschen und Fahrzeugen werden erstellt.  Am Boden bewegen sich zudem, Bundesgrenzschutzbeamte. Mit Ihren Fahrzeugen fahren sie von Bahnübergang zu Bahnübergang. Stehen eine zeitlang, bis es zu kalt geworden ist, und fahren zum nächsten Übergang, Tag und Nacht. Verdächtige Fahrzeuge werden registriert, aber noch nicht angehalten - das kommt erst in den Tagen kurz vor dem Transport. Dann wird jeder angehalten, überprüft  und unter Umständen zurückgeschickt. Devise: Durchfahrt verboten. 

Oktober 2010

Geh hinaus und rede Gutes. Ein gutes altes Sprichwort. Und damit möchte ich meine Gedanken einleiten. Doch wie stellt man das an, Gutes zu reden, heute in dieser Zeit? Nun ich könnte einen Leserbrief schreiben. Auch eine Presseerklärung verfassen, die nicht gedruckt wird. Oder in einer Fußgängerzone Menschen anhalten, durch eine freie Meinungsäußerung, zu einem Thema, das mir am Herzen liegt. Nur ohne eine behördliche Genehmigung wäre dieses fatal. Es würde vermutlich eine polizeiliche Reaktion erzeugen. Dann beschränke ich mich doch lieber auf die Möglichkeiten, die mir zur Verfügung stehen. Unser Hof lebt und das die Menschen hier auf dem Hof ein Leben leben, spiegelt sich in dieser, unserer web- site wider.  Die erste Ausgabe im web liegt schon lange zurück, seit 1998 sind wir im und am Netz. 

 Viele tausend Leser haben unsere Seiten bereits besucht und sich informiert. Das Gute hieran ist die Anonymität, wir geben Informationen ab, aber wir wissen nicht an wen. Rückmeldungen sind so selten, das es Gewissheit ist, alles ist anonym. Und darin läßt sich vieles verstecken.  Ein Vergleich kommt mir da in den Sinn. Mehrfamilienhäuser in einer größeren Stadt haben auch diese Eigenschaften. Menschen bewohnen diese Häuser, es können 100 oder auch mehr sein, die in dem Haus wohnen. Keiner kennt Keinen, Kontakte zum Nachbarn gibt es nicht, will man nicht. Wenn es nicht gefällt, wechselt man die Wohnung, zieht in einen anderen Stadtteil. Es gibt keine Spuren, die sich nachvollziehen lassen.

Na ja, das ist soweit ja nichts neues, eben normal. Ebenso erschreckend finde ich neben dieser Anteillosigkeit am Nächsten, den Verfall von Werten. Im Zeitalter der Schnelllebigkeit und des Plastiks, ist ein Streben zu beobachten, hin zu schnellen Erfolgen. Alles muß sofort da sein, gemessen wird in money. Die Zeiten der Nachbarschaftshilfe sind vorbei. Ist im wesentlich auch nicht gewünscht, von unserem Staat. Es soll Geld fließen, Sozialbeiträge gezahlt werden und Steuern. Dieses Geld wird ausgegeben und es reicht nicht aus, alle Begehrlichkeiten abzudecken. Das öffentliche System verlangt nach immer weiter steigendem Etat. Für uns hier auf dem Hof hat das durchaus seine Auswirkungen.  Eine Vielzahl von Steuerarten belasten den Hof. Als Leser wird man jetzt sagen, das ist nun einmal so, wenn er Selbständig ist. Das Unberechenbare bei der Besteuerung möchte ich an einem Beispiel erklären. Wenn wir in diesem Jahr einen Gewinn erwirtschaften kommt die Berechnung sowie die Zahlung des zu versteuernden Gewinnes erst zwei Jahre später zustande. Während dieser Zeitspanne kann durch Missernte, schwerer Krankheit des Betriebsleiters, oder eine größere Investition der Gewinn viel niedriger ausfallen. Da fällt es schwer seinen Verpflichtungen nachzukommen. Unter Umständen bin ich gezwungen, die Steuern mit einem Kredit kurzfristig zu begleichen. Bei all diesen unternehmerischen Kunststücken komme ich nun auf die Werte, die Werte für die es sich lohnt zu leben und die wir auf den Höfen jeden Tag aufs neue kämpfen müssen. In unserem Innersten tragen wir ein Bewusstsein, die tiefe Verbundenheit mit dem Land das unsere Ahnen bewirtschaftet haben. Das große Bauernhaus, das über acht Generationen von ihnen bewohnt wurde. Das bescheidene Leben, das diese früher gelebt haben ist uns nur zu gut in der Erinnerung. Wir können die Beschreibungen des Alltags aus den Erzählungen unserer Eltern nicht vergessen. Wir wollen diese auch nicht vergessen. Weil es uns heute gut geht. 

Doch was waren die Werte von gestern ? Was sind diese Werte heute noch wert ? Ich verstehe sie unter der Bedeutung: Wissen und Können. Als Bauer, als Biobauer besonders, muß ich mit der Natur fertig werden. Diese ist unberechenbar und nicht vorhersehbar. Heute ist es noch schwerer als vor 50 Jahren. Die Jahreszeiten haben sich unkalkulierbar entwickelt. Es gibt keinen Winter, der im November mit Frost und Schnee beginnt. Es gibt keinen Sommer, der im Mai beginnt. Dafür kommt der Schnee, wenn es überhaupt einmal schneien sollte, im Februar. Der Sommer kam im letzten Jahr bereits im März mit Temperaruren um die 30 Grad, um sich dann im Mai zu verabschieden mit Temperaturen um die 10 Grad. Es kann sich jetzt keiner mehr daran erinnern - so sind die Bürger.  Selbst jahrelange Beobachtungen der Jahreszeiten, machen eine Beurteilung, Vorhersehung schwierig. Mit meinem Gespür und den Wettervorhersagen muß ich den Zeitpunkt wählen, wann ich den empfindlichen Salat zum ersten Mal ins Freiland pflanze, ohne das er vom Nachtfrost geschädigt wird. Das setzt sich ständig fort. Wann mähe ich das Gras für eine Heuernte, ohne das vom Regen verdorben wird ? Das ist so schwierig, wenn es im Mai im Juni regnet, jeden Tag. Aber es kommt immer ein Zeitpunkt wo es trocken wird, auch wenn es nur 3 oder 4 Tage am Stück sind. Sie kommen und diese Tage zu erkennen, das ist die Kunst.